Exhibition Review: Hubert de Givenchy in Calais [Gastbeitrag]

Der heutige Beitrag ist etwas ganz Besonderes; es ist der erste Gastartikel auf meinem Blog und ich freue mich riesig darüber.  🙂 Vor einigen Wochen bin ich, auf der Suche nach Informationen zu der Bread & Butter, auf den Blog Living like Golightly gestoßen und war, vom ersten Augenblick an, beeindruckt. Man merkt bei Alexandra, der Bloggerin hinter Living like Golightly, mit wie viel Liebe sie ihre Artikel schreibt und mit ihren qualitativ hochwertigen Fotos hebt sie sich von vielen anderen Blogs ab. Auch ihr Stil  unterscheidet sich von dem, der meisten anderen Blogger. Müsste ich ihn mit 3 Worten beschreiben, wären es wohl; klassisch, feminin, selbstbewusst.
Genau wie ich, besucht Alexandra leidenschaftlich gerne Modeausstellungen und reist dafür quer durch Europa. In dem folgenden Artikel geht es ebenfalls um eine Modeausstellung, für die sie nach Calais/Frankreich gereist ist und um die ich sie ein wenig beneide, da ich mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr dort hinkommen. 🙁

Nun habe ich aber auch genug geschrieben und jetzt wünsche ich Euch ganz viel Spaß beim Lesen dieses tollen Artikels! 🙂


Alexandra von Living like Golightly

Das Museum Cité internationale de la Dentelle et de la Mode ist ein futuristisches Gebäude direkt an einem Kanal der französischen Stadt Calais. An der Fassade neben dem Eingang sind Plakate großer Designer angeschlagen. Zwischen ihnen einer meiner liebsten Designer. Hubert de Givenchy. Es ist die zweite Givenchy Ausstellung, die ich dieses Jahr besuche.

Bereits im März bin ich nach Den Haag gereist um die Ausstellung To Audrey with Love – Givenchy zu besichtigen. Zwischen den Kleidern aus Breakfast at Tiffany´s und Wie klaut man eine Million empfand ich pure Begeisterung.

Hubert de Givenchy Ausstellung Calais

Nach Den Haag werden die einzigartigen Couture Stücke nun in Calais ausgestellt. Wie bei meinem ersten Besuch ist auch dieses Mal mein Outfit eine Hommage an die Looks aus Breakfast at Tiffany´s. Statt des klassischen kleinen Schwarzen, greife ich zu einem orangen Pinko Mantel, aus Winnie Moresis Boutique in Tongeren. Mit 80er Jahre Givenchy Ohrringen wird der Look zu meiner Interpretation Holly Golightlys Outfit für einen morgendlichen Spaziergang in New York.

Die Ausstellung im Cité internationale de la Dentelle et de la Mode ist kleiner als in Den Haag und weniger spektakulär inszeniert. Während in Den Haag die Kleidungsstücke in ein Gesamtbild von Musik, Film und Bildern eingegliedert waren, liegt hier der Fokus auf den Kleidern an sich. Audrey Hepburn spielt nur eine untergeordnete Nebenrolle, diese Ausstellung konzentriert sich auf Monsieur Givenchy.

Die Reduktion auf das Wesentliche ermöglicht einen näheren Blick auf die Kleider. Ich kann näher an sie herangehen und Details bewusster wahrnehmen. Den engsten Kontakt bietet eine Wand mit Haute Couture Stoffproben. Hautnah. Die feinen handgearbeiteten Materialien anfassen zu können, vermittelt einen realistischen Eindruck welche Kunst sich hinter jedem Kleid verbirgt. Haute Couture wird zu mehr als Worten, wird Realität. In einer anderen Nische stehen Parfums der Marke Givenchy. Auch das von Hubert de Givenchy für Audrey Hepburn kreierte L´Interdit steht für eine Duftprobe bereit.

Die Verbindung, die das Museum für Spitze und Mode und Hubert de Givenchy eingehen, hat durchaus ihre Berechtigung. Spitze war für den Designer eines der bevorzugten Materialien. Bei der Pressekonferenz der Ausstellungseröffnung schwärmte Givenchy:

„Sie ist so elegant.“ Für ihn das perfekte Material, „um Frauen zu verschönern und sie attraktiver wirken zu lassen“.

Den besten Beweis liefert eine Filmszene aus Wie klaut man eine Million. Audrey Hepburn in einer Spitzen-Kreation mit Maske ist ein atemberaubender Anblick. Selbst an der Schaufensterpuppe wirkt das kleine Schwarze verführerisch und noch filigraner als im Film.

Cité internationale de la Dentelle et de la Mode

Auch wenn die Hubert de Givenchy Ausstellung kleiner ist, lohnt sich ein Besuch des Museums Cité internationale de la Dentelle et de la Mode schon allein, um die reguläre Spitzen-Ausstellung zu sehen. Die umfassende Ausstellung zeigt die komplette Geschichte der Dentelle – französisch für Spitze. Von feinsten handgeklöppelten Bordüren, Spitzenkleidern oder Vorhängen bis zur maschinellen Fertigung. Die Ausstellung ist liebevoll mit Live-Demontrationen, Mitmach-Elementen, Bildschirm-Simulationen und Audios aufbereitet. Sie spiegelt die Tradition des Spitzen-Handwerks in Calais wider. Seit dem 19. Jahrhundert gilt die Stadt als Zentrum der französischen Spitzenproduktion. Noch heute wird hier qualitativ hochwertige Spitze produziert, die auch im Museums-Shop in Form von Oberteilen, Tüchern oder Kleidern erworben werden kann.

Auch wenn die To Audrey with Love Ausstellung mich persönlich mehr berührt hat, ist die Hubert de Givenchy Ausstellung in Calais definitiv einen Besuch wert. Die Werke des großen Couturiers aus der Nähe zu bewundern ist immer wieder ein Erlebnis. Wer sich mit der Materie der Geschichte und Entstehung von Spitze tiefergehend auseinandersetzen möchte, sollte für den Ausstellungsbesuch mehrere Stunden einplanen.

Die Hubert de Givenchy Ausstellung läuft noch bis zum 31. Dezember 2017.

Öffnungzeiten

Das Museum ist täglich außer dienstags geöffnet.

Hauptsaison (1. April bis 31. Oktober): 10:00 – 18:00 Uhr
Nebensaison (1. November bis 31. März): 10:00 – 17:00 Uhr

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