Nathini van der Meer SS18

Nachdem ich bereits im letzten Jahr einen kleinen Beitrag über Nathini van der Meer und ihre SS17 Kollektion geschrieben habe, möchte ich in meinem heutigen Post über ihrer Kollektionsvorstellung SS18 auf der diesjährigen Fashion Week in Berlin berichten.
Naja und was soll ich sagen; Sie hat es mal wieder geschafft, mich zu überraschen und zu begeistern.
Mit einer klassischen Laufstegperformance braucht man bei Nathini van der Meer ja sowieso nicht rechnen, doch so etwas wie ihre diesjährige Show, habe ich noch nie erlebt. Um dieses Konzept jedoch verstehen zu können, muss zuerst erwähnt werden, was als Inspiration für diese Kollektion, die ganz getreu nach dem Motto Qualität vor Quantität designt wurde, diente. Denn Nathini van der Meer hat sich von nichts geringerem, als der High School inspirieren lassen. Dies spiegelt sich in den Looks der Kollektion wieder. Besonders die Collegejacken mit Ledereinsätzen und eingearbeiteten Elementen aus Rosshaar sind ein richtiger Hingucker. Neben den Collegejacken gehören, unter anderem, noch diese typischen 70er-Jahre Pullis, Blusen, Hosen, zwei Mäntel und ein Kleid zu der Kollektion. Auffällig war, dass viele der Teile mit Aufschriften, wie Softballs, Feelings, Maybe, Words oder Yes beziehungsweise No versehen wurden. Damit verknüpft die Designerin, auf gekonnte Weise, die chaotisch-paradoxe Gefühlswelt eines wohl jeden Schülers, mit der typischen Mode der amerikanischen Highschools und Colleges. Die gesamte Kollektion ist perfekt durchdacht und glänzt durch ihre hochwertigen Materialien und die coolen Schnitte, die alle das gewisse Extra haben, um nicht langweilig zu wirken.
Jetzt möchte ich aber viel mehr auf die Inszenierung der Kollektion eingehen, die, jedoch ohne die oben genannten Hintergründe, keinen Sinn ergeben würde. So wurde nämlich eine erwartete Runway-Show, kurzerhand zu einem dieser typisch-kitschigen Highschool-Proms. Besonders durch die ziemlich schnulzige, akustische Untermalung, des Künstlers Better Person, kam das Feeling auf, was man aus diesen klassischen Highschool-Teeniefilmen kennt. Durch die, auf die Kollektion abgestimmten, Bilder, die lockere Atmosphäre (die Models haben ganz entspannt Bier getrunken und mit den Gästen gequatscht) und die urbane Location im Kaufhaus Jahndorf, war die Präsentation jedoch mehr edgy, als kitschig. Einziges Manko war, dass einige der Outfits untergegangen sind, da sich die Models unter die Besuche gemischt haben und teilweise gar nicht aufgefallen sind, was dieser einmaligen Inszenierung jedoch keinen Abbruch tut.
Nathini van der Meer schafft es immer wieder, dem typischen Modezirkus ihren eigenen Stempel aufzudrücken und genau durch diese unkonventionelle Art und ihre durch und durch künstlerische Ader, sind ihre Kollektionen immer wieder etwas Besonderes und stechen aus dem Einheitsbrei der Berliner Fashion Week heraus.

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