ZEITkonferenz Mode & Stil

Bereits zum 8. Mal lud das Zeit-Magazin, in Kooperation mit der Vogue Deutschland, zur Konferenz Mode & Stil ein, die unter dem Motto „It’s the Fashion, stupid!“, angelehnt an den Wahlslogan von Bill Clintons „It’s the economy, stupid!“, im Kronprinzenpalais stattfand. Genau wie die letzten Male haben der Chefredakteur des Zeitmagazins Christoph Amend, der Style Director Tillmann Prüfer und die Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp und ihre Gäste, die knapp 500 Zuhörer, mit spannenden Themen und Diskussionen durch diesen Montag Nachmittag geführt.
Die Leitfrage dieser Konferenz war, in wie fern Mode mit anderen Bereichen unseres Lebens, wie Kunst, Konsum, Wirtschaft und/oder Politik verwoben ist und was das für die Zukunft bedeutet.

Gleich im ersten Vortrag versucht sich Tillmann Prüfer, der Style Director des Zeit-Magazins, an die Beantwortung der wohl schwierigsten Frage; Was ist eigentlich Mode? Er beschreibt, dass Mode als Phänomen riesig geworden ist und auf andere Lebensbereiche übergreift, da die Menschen täglich modische Entscheidungen im Alltag treffen. Was esse ich? Wie wohne ich? Wie bewege ich mich? Und natürlich auch; Was trage ich? Mode ist das Ergebnis von Gestaltungsprozessen und sie ist ständig in Bewegung, eine Dynamik in der Gesellschaft.

Als besonders inspirierend empfand ich Anum Bashir, die Bloggerin und Influencerin von Desert Mannequin, die sich für die Frauen in den arabischen Ländern stark macht und mit ihrem Blog Repräsentant der enormen Entwicklung der arabischen Länder ist. Die Emanzipation der Frauen macht sich besonders an der Vielfalt ihrer Tätigkeiten, wie Reisen oder Arbeit, des höheren Bildungsgrades, der Selbstständigkeit und natürlich an ihrer Mode bemerkbar.
Mit ihrer Verbindung von Traditionellem mit Modernem schafft sie es, dass traditionelle Kleidung sowohl globalisiert wird, als auch gleichzeitig immer noch Träger von Emotionen und Erinnerungen bleibt.

Ein wichtiger Teil des Nachmittags war das Gespräch zwischen Christoph Amend, Chris Dercon, ehemaliger Direktor der Tate Gallery of Modern Art in London und Anja Aronowsky, Founder & Editor-in-Chief des Vestoj Journals, indem kritisiert wurde, dass Mode von den meisten Menschen nur mit Glamour verbunden wird und sich die Wenigsten kritisch und intellektuell mit ihr auseinandersetzen. Es wurde besonders auf die Entwicklung der Modeinszenierungen, in Form von Modenshows eingegangen, da noch vor 10 Jahren Modenshows das Publikum mit ihren Inszenierungen mitgerissen haben und heute mehr die Kleidung, als die Inszenierung, im Vordergrund steht. Ebenfalls wurde auf das Phänomen Selfies eingegangen, was mittlerweile zu einer anderen Art von Modeperformance geworden ist und eben so sehr inszeniert wird, wie eine Modenshow.

Mein persönliches Highlight an diesem Nachmittag war das Gespräch zwischen Nina Piatscheck, Redakteurin der ZEIT CAMPUS, Christian Felske, Exterieur Design Leader SEAT und Modedesigner William Fan, das unter dem Titel The Evolution of Design stand.
Während Felske ein Auto für Fan designen sollte und Fan ein Outfit für Felske, wurde darüber geredet, dass ein gutes Design Beständigkeit und Langlebigkeit auszeichnet. Besonders interessant ist, dass sich der Designprozess eines Autos von dem eines Outfits gar nicht mal so sehr unterscheidet, wie man im ersten Moment annehmen würde. Jedes Design, egal ob Kollektion oder Automobil beginnt mit einer Zeichnung, das weitere Designprozesse durchläuft, bis schließlich ein Prototyp entsteht. Sowohl Kleidung, als auch Autos leben von Erinnerungen und wollen Geschichten erzählen. Jedoch ist die Mode viel schnelllebiger als die Automobilbranche, was schon damit anfängt, dass ein Auto bis zur Fertigstellung 4 Jahre und ein Modestück gerade mal 4 bis 8 Wochen braucht.
Zusätzlich gab es noch einen kleinen Modetipp von William Fan, welches die wichtigsten Klassiker im Kleiderschrank einer jeden Frau sein sollten. Dazu gehören ein weißes Hemd, ein Blazer und eine gut geschnittene, weite Hose.

„Design muss in 20 Jahren aufregend unaufgeregt und beständig sein.“ – William Fan, 16. 01. 2017

Natürlich hat der Veranstalter Convent wieder für ein tolles Rahmenprogramm gesorgt, dass musikalisch mit dem Superstar Alma und auch kulinarisch, unter anderem dank Melitta, eine Menge zu bieten hatte. Wie schon beim letzten Mal, war es ein sehr interessanter und inspirierender Nachmittag, der die Mercedes Benz Fashion Week Berlin würdig eingeläutet hat.

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